116km rauf und runter durch das Elbsandsteingebirge

Der Malerweg gehört zu den bekanntesten und wohl auch beeindruckendsten Wanderwegen Deutschlands. Auf rund 116 Kilometern führt er durch die faszinierende Landschaft der Sächsischen Schweiz: vorbei an zerklüfteten Sandsteinfelsen, durch tiefe Schluchten, über weite Tafelberge und zu Aussichtspunkten, die schon vor Jahrhunderten Künstler inspirierten.

Schon als Kind habe ich mit der Familie oft die Sächsische Schweiz besucht und auch mit meinem Freund habe ich schon einige Ecken dort erkundet und haben dabei immer wieder den Malerweg gekreuzt. Als wir dann auf der Suche nach dem nächsten Abendteuer waren, war schnell klar, es wird der Malerweg. Wir haben uns für die ambitionierte Variante mit 6 Etappen entschieden und die Reise direkt über die Webseite vom Malerweg gebucht.

Los geht’s. Im September haben wir die Wanderschuhe geschnürt und uns auf den Weg gemacht. Etappe für Etappe durch eine der schönsten Regionen Deutschlands. Unterwegs erwarten uns spektakuläre Ausblicke, stille Waldpfade, überraschende Begegnungen und natürlich jede Menge Fotomotive.

Fotografiert habe ich mit meiner kleinen Canon EOS M50 Mark II, einem 22mm und einem 56mm Objektiv und meinem iPhone 12Pro.

Noch mehr Eindrücke von unseren Wanderungen und kleine Videos findest du auf meiner Instagram-Seite: @waskathrinsieht

Etappe 1 – von Pirna nach Hohnstein

23km • 30.000 Schritte

Unsere Wanderung beginnt mit einer kleinen Busfahrt von Pirna zum Liebethaler Grund. Etwas verspätet erst um 11 Uhr, weil wir den Bus knapp verpassen.

Entlang der Wesenitz führt uns diese Etappe durch den romantischen Grund. Umgeben von Wasser und Felsen ist der erste Teil angenehm kühl.

Nach dem Ort Lohmen erreichen wir den Uttewalder Grund. Die mit Farnpflanzen und Moosen bewachsene Schlucht war ein häufiges Motiv für die Bilder der Romantiker - und heute meiner Kamera.

Durch das Uttewalder Felsentor und den Wehlener Grund führt der Malerweg nach Wehlen an der Elbe. Von hier aus geht’s weiter zum wohl bekanntesten Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz, der Basteiaussicht. Wir blicken hier 190 Meter tief in das Elbtal und gehen schnellen Schrittes durch die Menschenmassen, bis es nach dem Amselsee endlich wieder leerer wird.

Nach Rückkehr in den Amselgrund und kurzem Aufstieg gelangen wir schon bald zum Amselfall. Wir überqueren noch die Teufelsbrücke und folgen dem Malerweg hinab durch die enge Wolfsschlucht in das Polenztal. Hier essen wir lecker zu Abend und fallen recht schnell ins Bett

Unterkunft: Pension Polenztal, Polenztal 2, Hohnstein

Etappe 2 – von Hohnstein ins Kirnitzschtal

19km • 27.000 Schritte

Die zweite Etappe sollte nass werden. Wir ziehen also schon im Hotel unsere Regenkleidung an und machen uns auf den Weg durch den Regen. Erstmal steil bergauf durch den Wald - mit dem Regen richtig mystisch :)

Aus Hohnstein heraus führt der Malerweg zu einer schönen Aussicht, der Brandaussicht. Über den steilen und stufenreichen Abstieg der Brandstufen erreichen wir den Tiefen Grund und wandern in das malerische Waitzdorf. Wir folgen dem Weg weiter nach Kohlmühle, ein weniger schöner und eher vergessener Ort. Von hier geht es parallel zur Bahnstrecke der Nationalparkbahn weiter. Über den Mühlenweg verlassen wir das Sebnitztal hinauf nach Altendorf. Hier gönnen wir uns Apfelstrudel und Kakao und holen uns den nächsten Stempel ab. Abenteuerlich geht’s weiter durch die Dorfbachklamm ins Kirnitzschtal.

Wir erreichen unsere Unterkunft und freuen uns mega über die Sauna und das leckere Essen ♥︎

Unterkunft: Hotel Forsthaus, Kirnitzschtalstraße 5, Sebnitz

Etappe 3 – vom Kirnitzschtal zur Felsenmühle

18km • 27.000 Schritte

Wir starten wieder im Regen, aber die Sonne soll sich noch durchsetzen.

Der Malerweg führt uns heute vorbei am Falkenstein zum Großen Schrammtor und über jede Menge Stufen und Leitern auf den Gratweg zur imposanten Schrammsteinaussicht. Wir haben einen fantastischen Blick auf die Sächsische Schweiz. So anstrengend diese ganzen Treppen, Stufen und Wege bergauf auch sind, von diesen Aussichten kann ich nicht genug bekommen. Weiter geht’s durch das Gebiet der Affensteine, auf dem Zurückesteig in das Felsenlabyrinth der Affensteine und dann ein gemütliche Abstieg ins Kirnitzschtal und zum Lichtenhainer Wasserfall. Der Malerweg führt uns weiter zum Felsentor Kuhstall. Wir nutzen den etwas versteckt liegenden Aufstieg auf den Neuen Wildenstein über den schmalen Felsspalt Himmelsleiter. Und dann geht’s wieder über Stufen ins Tal zur Felsenmühle. Hier endet unsere heutige Tour und wir nehmen den Bus zur Unterkunft von gestern.

Unterkunft: Hotel Forsthaus, Kirnitzschtalstraße 5, Sebnitz


*Hintergrund zum Fersenfoto am Ende ;) (Inhaltswarnung)

Etappe 4 – von der Felsenmühle nach Schmilka

15km • 28.500 Schritte

Wir fahren mit dem Wander-Linienbus 241 zurück zur Felsenmühle, um von dort unsere Wanderung auf dem Malerweg fortzusetzen.

Heute geht’s hauptsächlich Berg rauf und runter und wieder rauf und wieder runter. Wir wandern durch die Mühlschlüchte, vorbei am Alten Zeughaus, zum Pohlshorn und passieren die Goldsteinaussicht zu der buchenbewachsenen Basaltkuppe des Großen Winterbergs. Über den stufenreichen Bergsteig und eine Umleitung gelangen wir dann nach Schmilka. Hier verliere ich dann komplett meinen Internetempfang und WLAN gibt es auch nicht.

Unterkunft: Pension Rauschenstein, Schmilka 30

Etappe 5 – von Schmilka nach Königstein

28km • 42.000 Schritte

Mit der Fähre wechseln wir die Elbseite und wandern über den Aschersteig nach Schöna. Auch durch die kleinen Orte Reinhardtsdorf und Krippenbachtal laufen wir. Hier gibt’s einfach nichts.

Heute sollen wir einige Berge bewandern: Wolfsberg, Papststein, Gohrischstein und Pfaffenstein. Ein Auf und Ab ;) Aber auch viele gerade gut begehbare Wege, sodass wir schnell viele Kilometer schaffen. Über den Klammweg steigen wir vom Pfaffenstein hinab und wandern in Richtung Quirl. An diesem Tafelberg befindet sich die größte Höhle der Sächsischen Schweiz, der Diebskeller. Ab Pfaffendorf führt der Malerweg uns wieder ins Elbtal und durch schmale Gassen in die Königsteiner Altstadt. Endlich wieder Zivilisation! Wir gehen erstmal zur Apotheke und essen anschließend noch hier, bevor es nochmal 2km an der Elbe entlang zur Pension geht - mit der Festung Königstein im Nacken, wo uns der Malerweg morgen noch hinauf führt.

Unterkunft: Pension Bomätscher, Am Alten Sägewerk 4, Königstein

Etappe 6 – von Königstein nach Pirna

23km • 36.000 Schritte

Wir starten am Morgen im Nebel und wandern über den Latzweg zur berühmten Festung Königstein und erreichen wenig später Thürmsdorf.

Weiter geht’s vorbei am Biedermann-Mausoleum und dem Örtchen Weißig. Mit dem Rauenstein erklimmen wir den letzten Gipfel des Malerwegs. Sonst wandern wir heute viel durch Wälder und ein ganzes Stück an der Elbe entlang. Mittlerweile hat sich auch die Sonne durchgekämpft. Kurz vor Pirna führt der Malerweg auf den Canalettoweg und endet schließlich auf dem Pirnaer Marktplatz. Wir holen uns den letzten Stempel ab und erhalten für die volle Stempelkarte eine Anstecknadel als Erinnerung.

Heute gehen wir keine Schritte mehr und bestellen uns Essen ins Hotelzimmer.

Der Malerweg hat seinem Namen für uns alle Ehre gemacht. Kaum ein Tag verging ohne neue Perspektiven auf die faszinierende Felsenlandschaft der Sächsischen Schweiz – mal weit und dramatisch, mal still und fast verborgen im Wald, mal mit Sonne im Gesicht und mal ganz mystisch mit Nebel.

Für uns war die Wanderung eine sportliche und fordernde Herausforderung und trotzdem auch eine kleine Auszeit vom Alltag, mit vielen Momenten zum Staunen und Durchatmen. Wer spektakuläre Natur, abwechslungsreiche Wege und immer wieder neue Aussichten liebt, wird den Malerweg ganz sicher ebenso ins Herz schließen.

♥︎

Für mich war’s ganz schön hart und schmerzhaft. Durch den Regen und das ständige bergauf, habe ich mir schon am zweiten Tag die Fersen wund gelaufen. Nach der Zugspitze brauchte ich dringend neue Wanderschuhe und habe diese dann brav bei 30Grad eingelaufen - nur leider haben wir in Leverkusen keine Berge, sodass das Problem mit den Fersen erst auf dem Malerweg bemerkbar wurde. Es wurde von Tag zu Tag schlimmer. Alle Notfall Kompressen zur Pufferung waren aufgebraucht. Zum Glück habe ich noch Notfallbinden dabei gehabt, das verhinderte zumindest die direkte Reibung. Dazu gab’s noch Blasen unter zwei Nägeln, die ich dann später habe ziehen lassen müssen. Naja, verheilt wieder. So ist das Wanderleben ;)

Zurück
Zurück

Bewerbungsfotos in Solingen, Leverkusen & Umgebung

Weiter
Weiter

dein Fotobuch gestalten