oh, my corona

Mein wohl momentan meistgehörter Satz ist: »Hoffe du bist gut durch die Krise gekommen...« Lieb gemeint, ich weiß ;) Aber: Corona ist noch nicht vorbei! Auch wenn es sich für die meisten vielleicht gerade so anfühlt. Weder die Pandemie an sich ist vorbei, sodass wir alle weiterhin aufmerksam sein sollten und die Maßnahmen ernst nehmen. Noch sind die durch die Maßnahmen entstandenen wirtschaftlichen Folgen vorbei oder aufgehoben. Jetzt wird’s erst richtig hart!

Denn wenn’s gut läuft, sollte jede*r Selbstständige drei Monate überbrücken können - es kann immer mal etwas passieren, sodass man nicht arbeiten kann. Wir kennen das Risiko. Wir leben mit diesem Risiko. Doch die drei Monate sind nun rum.
 

Auch wenn die Lockerungen vielen momentan ein relativ normales Leben ermöglichen, sind einige Branchen weiterhin hart getroffen. Nämlich die, die deinen Luxus ermöglichen. All das, was uns zu Menschen macht, wenn unsere Grundbedürfnisse gestillt sind. Denn es macht dich doch zu einem Menschen, dass du Konzerte besuchst, dich mit Freund*innen in Restaurants triffst, um dich auszutauschen und dich zu bilden. Du möchtest doch deinen Geist fördern, dich von Sorgen ablenken, Spaß haben, Feste feiern und deine Zeit genießen.
 

Wir, die dir deine Welt bunter machen, haben uns immer schon für den schwierigeren Weg entschieden. Kein gereltes Einkommen, wenig Sicherheit und generell eher selten so viel Geld, dass wir in »Saus und Braus« leben würden. Aber es ist unser Traum, die Welt ein bisschen bunter zu machen.
 

Aber die traurige Wahrheit ist: Viele von uns wird es nach der Krise nicht mehr geben! Musiker*innen, Künstler*innen, Cafés, Restaurants, kleine Clubs und Bühnen und all die Menschen, die daran hängen, ja auch Fotograf*innen und viele andere Dienstleister*innen, die mit Veranstaltungen ihr Geld verdienen, wo viele Menschen aufeinander treffen. 
 

Wenn du etwas gern gemacht hast und jetzt geht das nicht wegen Corona, tu etwas. Fang an diejenigen zu unterstützen, sonst sind sie weg.

Weil immer gilt: Was du magst, musst DU erhalten!


Wie du ohne Geld unterstützen kannst, liest du > hier <
 

Auch wenn der finanzielle Schaden schmerz und früher oder später (wir wissen ja alle nicht, wann der Bums hier vorbei sein wird) die Existenz bedroht, ist da etwas, was noch deutlich mehr weh tut ... zu sehen, wie der Traum langsam zerfällt.
 

Für viele Selbstständige war da am Anfang wahrscheinlich einmal diese eine irre Idee, die dann mit viel viel viel Arbeit real wurde. 

Was wäre wenn? Wenn ich Menschen ihre schönsten Momente dokumentieren könnte. Für immer Erinnerungen konservieren. Wenn ich mit meinem Können, andere Menschen glücklich machen könnte. Und das jeden Tag. Als Beruf. Als Berufung. 

So viele schlaflose Nächte. So viel Schweiß, Nerven und Herzblut. Um diesen einen Traum zu verwirklichen, um sich selbst zu verwirklchen. 

Nun zerfällt er langsam, dieser real gewordene Traum. Es ist nicht einfach dabei zuzusehen. Und die Frage ist, wann ist der richtige Zeitpunkt zum Absprung. Wie lange soll oder kann ich warten und hoffen und wann wäre es besser sich doch neu zu orientieren.

 

Foto: Melanie Völl

© 2020  |  Kathrin Mauksch